Sieben Tage ohne Social Media – ein Tatsachenbericht

Sieben Tage ohne Social Media

Eigentlich wollte ich nur mal kurz ‘digital detoxen’. Also raus aus dem ewigen Scrollen, Likes zählen, Reels glotzen. Eine Woche ganz ohne Instagram, TikTok und Twitter. Was als kleines Experiment begann, hat mich mehr überrascht, als ich auf Partys zugeben möchte :-).

An einem Sonntagabend hab ich alle Apps gelöscht. Nicht deaktiviert, nicht ausgeblendet – wirklich gelöscht. Kein Insta, kein TikTok, nicht mal Pinterest. Ich wollte wissen: Wer bin ich eigentlich, wenn ich niemandem etwas poste?

Der Montag war hart. Mein Daumen hat aus Reflex immer wieder versucht, das Instagram-Icon zu finden. Es war wie ein digitaler Phantomschmerz. Ich fühlte mich, als hätte ich plötzlich viel zu viel Zeit – aber auch irgendwie weniger Relevanz. Keine Story, keine Likes, keine Pushnachrichten. Und doch: Nach zwei Tagen kam eine seltsame Ruhe. Ich las wieder ein Buch. Ich schrieb einem alten Freund eine echte Nachricht. Ich hatte keine Angst, etwas zu verpassen – ich merkte, dass ich weniger vermisste, als ich dachte.

Am vierten Tag wurde es fast meditativ. Mein Blick wanderte nicht mehr automatisch aufs Handy, wenn ich wartete oder mich langweilte. Ich beobachtete wieder Menschen in Cafés, hörte genauer hin, wenn jemand sprach. Ich war einfach mehr… da.

Natürlich kam am achten Tag die Versuchung: “Nur mal kurz schauen, was passiert ist.” Und ja, ich habe Instagram wieder installiert. Aber anders. Ich habe Benachrichtigungen deaktiviert, entfolge großzügig und versuche, bewusster reinzugehen – nicht mehr im Autopilot.

Was ich gelernt habe? Dass meine Aufmerksamkeit wertvoll ist. Und dass Social Media nicht schlecht ist – aber nur, wenn ich es bewusst nutze. Ich bin wieder online, aber anders. Und manchmal, an langen Abenden, wünsche ich mir heimlich den leeren Homescreen zurück.

Weiterführende Infos: Warum Digital Detox mehr als ein Trend ist (Artikel auf ZEIT Online)

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