Sonnenstrom unter den Füßen: Der Weg, der Strom macht

Solaroad

Kann eine Straße mehr als nur Autos tragen? Ich habe es selbst erlebt – und war verblüfft. In Holland bin ich das erste Mal auf eine Straße gestoßen, die Energie produziert. Seitdem lässt mich die Idee nicht mehr los.

Vor ein paar Jahren war ich mit dem Rad unterwegs, nördlich von Amsterdam, in einem Ort namens Krommenie. Dort gab es den weltweit ersten Solar-Radweg – ein Pilotprojekt namens SolaRoad. Ich fuhr drüber, dachte erst an einen ungewöhnlich glatten Belag – und las dann das Schild: “Diese Straße erzeugt Strom”. Kein Scherz. Unter dem Glas: Solarpaneele, wetterfest, tragfähig, und seit dem Start 2014 wurden hier Tausende Kilowattstunden ins Netz gespeist. Leider ist SolaRoad seit ein paar Jahren aufgrund extensiver Beschädigungen nicht mehr am Start.

Seitdem begegnen mir immer wieder ähnliche Projekte – zuletzt in Deutschland. In Erftstadt bei Köln zum Beispiel wurde ein Solar-Fahrradweg gebaut, auch im Schwarzwald gibt’s Pilotanlagen mit solarbetriebenen Parkplätzen. Es geht nicht darum, komplette Autobahnen umzubauen, sondern um gezielte, clevere Flächen: Radwege, Parkplätze, Fußgängerzonen. Infrastruktur, die ohnehin da ist – aber plötzlich doppelt nützt.

Die Technik hat noch Hürden: hohe Kosten, Witterung, Reinigung. Aber ich sehe darin ein starkes Symbol – für die Frage, wie wir bestehende Flächen intelligenter nutzen können. Und für eine Zukunft, in der Energie dort entsteht, wo wir uns bewegen.

Weiterführende Informationen zu Solarstraßen und Pilotprojekten

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